Jeder der schon mal eine Endoskopie mitgemacht hat, weiß wie unangenehm das Ganze ist – man bekommt geschätzte 10 Meter Schlauch in die Speiseröhre gesteckt, hat dauernd den Würgereflex und muss noch nebenbei sein Magen und Darminneres auf dem Bildschirm betrachten. Ist der Arzt in der Untersuchung ungeübt, kann es zu dem sehr schmerzhaft sein und lange dauern – und das wo einem die Untersuchung ohnehin schon ewig lange vorkommt.
Doch dies könnte sich nun ändern, eine Tocherfirma von Siemens, Siemens Healthcare plant gemeinsam mit der medizinischen Abteilung des Kameraherstellers Olympus eine Endoskopiekamera in Pillenform zu entwickeln, diese wird dann mittels Magnet vom behandelnden Arzt im Magen- und Darmtrakt an die gewünschte Stelle bewegt. Die Bilder werden von einer hochauflösenden Digitalkamera aufgenommen, die per Echtzeit an den Bildschirm übertragen werden. Die Kapsel selbst wird dem Patienten verabreicht nachdem der Magen vorher mit Wasser befüllt wurde, dies soll dazu dienen die Kapsel leichter im Magen hin und her zu bewegen. Danach wird das sogenannte Kapselendoskop dem Patienten verabreicht, Kameras an beiden Enden der Kapsel liefern dem Arzt die für die Untersuchung benötigten Bilder.
Der Patient wird außerdem in eine für die Untersuchung günstige Position gebracht. Der behandelnde Arzt kann außerdem mittels einer speziellen Steuersoftware das kapseleigene Magnetfeld verstärken oder abschwächen und dann die Kapsel mittels externer Magnete im Magen- und Darmtrakt bewegen. Die Kapsel selbst ist mit 31 mm Länge und 11 cm Breite nur ungleich länger als eine Tablette, kann also leicht geschluckt werden, im Gegensatz zur herkömmlichen Endoskopie ist es sicher angenehmer eine übergroße Tablette schlucken zu müssen als einen langen Schlauch.
Doch bevor sich die Patienten jetzt zu früh freuen – bis diese neue Untersuchungsmethode eingeführt wird, werden wohl noch einige Jahre vergehen – und selbst dann wird sie anfangs noch nicht komplett die konventionelle Endoskopie ersetzen, sondern nur bei bestimmten Erkrankungsbildern und Nachuntersuchungen eingesetzt werden. Doch wenn sich das System bewährt könnten künftig sämtliche Endoskopien mittels der Endoskopietablette durchgeführt werden. Darüber wäre wohl jeder froh, der diese Untersuchung schon mal über sich ergehen lassen musste. Auch für Kinder oder ältere Menschen wäre die neue Methode auf jeden Fall schonender und weniger beängstigend.
Auch könnte das Verletzungsrisko deutlich minimiert werden wenn statt dem Schlauch nur mehr eine Tablette geschluckt werden muss, die Untersuchung könnte auch öfter hintereinander durchgeführt werden, sollte dies nötig sein. Sollte sich die neue Methode erfolgreich sein, werden wohl die Top Krankenhäuser in Deutschland als erstes die neue Endoskopiemthode ausprobieren, gut möglich dass es dann bald in Berlin von Gastroenterologen nur so wimmelt die alle ihre Weiterbildungen in Berlin an der Charite absolvieren wollen.